Dringend: Lagerbestand-Loop bei Zahlungsabbruch (GX4/GX5) – Massive Probleme bei Unikaten

Thema wurde von BigRib, 27. März 2026 um 23:42 Uhr erstellt.

  1. BigRib
    BigRib Erfahrener Benutzer
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    Hallo zusammen,

    ich muss heute ein Thema ansprechen, das uns – und vermutlich viele andere Händler, die mit Unikaten oder Einzelstücken arbeiten – massiv belastet. Es geht um die Art und Weise, wie der Gambio Hub bzw. der Checkout mit Zahlungsabbrüchen (insb. Kreditkarte/PayPal/ApplePay) umgeht.

    Das Problem: Bei einer abgelehnten Zahlung wird im Hintergrund bereits eine Bestellung angelegt und somit der Lagerbestand abgezogen. Der Kunde wird zurück in den Warenkorb geleitet. Da unsere Artikel aber Unikate sind (Bestand = 1), erhält der Kunde dort sofort die Meldung, dass der Artikel nicht mehr verfügbar ist – er ist ja in der soeben „verunglückten“ Bestellung reserviert.

    Die fatale Folge: Kunden versuchen es bis zu 4 Mal hintereinander, bis unser gesamter Bestand des Artikels auf 0 ist. Echte Kaufinteressenten sehen nur noch „Ausverkauft“-Hinweise, während unser Admin-Bereich mit unbezahlten „Geisterbestellungen“ vollläuft.

    Unsere Erwartungshaltung an eine Lösung: Wir benötigen hier dringend eine native Lösung von Gambio. Aus unserer Sicht gäbe es drei logische Wege, wie das System reagieren sollte:

    1. Der „Nachzahl-Weg“: Die Bestellung wird normal abgeschlossen, aber die Bestellbestätigung (Titel & Text) wird dynamisch angepasst: „Zahlung fehlgeschlagen – bitte nutzen Sie diesen Link, um die Zahlung nachzuholen.“ Der Bestand bleibt reserviert, aber der Kunde wird nicht im Regen stehen gelassen.

    2. Der „Dialog-Weg“: Der Kunde landet nicht einfach im Warenkorb, sondern auf einer speziellen Status-Seite. Dort wird er über die abgelehnte Zahlung aufgeklärt und erhält direkt die Option, die Zahlung mit einer anderen Methode zu wiederholen oder uns zu kontaktieren.

    3. Der „Rollback-Weg“: Der Kunde landet im Warenkorb, erhält eine klare Info-Meldung, aber die gerade erstellte Bestellung wird automatisch storniert, damit der Bestand sofort wieder frei ist und er es einfach noch einmal versuchen kann.
    Meine Fragen an das Gambio-Team:

    • Ist eine dieser Lösungen (oder eine Kombination daraus) für die nahe Zukunft in der Entwicklung?

    • Gibt es eine Roadmap für GX5, die dieses Problem bei Unikaten endlich löst?

    • Oder müssen wir tatsächlich für eine solche Basisfunktion weiterhin auf externe, kostenpflichtige Module setzen?
    Es kann nicht die Lösung sein, dass man als Händler permanent das Backend überwachen muss, um Lagerleichen manuell zu löschen, damit der Shop verkaufsfähig bleibt.

    Ich freue mich auf einen konstruktiven Austausch!

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  2. Anonymous
    Anonymous Erfahrener Benutzer
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    Du sprichst da eines DER zentralen Probleme von Gambio an. Als ich 2016 Gambio installiert habe hieß es hier im Forum, dass der Checkout komplett überarbeitet würde um unter anderem genau das Problem zu lösen. 10 Jahre später wurde der Checkout NICHT überarbeitet. Eine Lösung ist nicht in Sicht, ich kann dir nur empfehlen nicht drauf zu hoffen.

    Ich weiß ehrlich nicht genau was du mit Unikaten oder Einzelstücken meinst. Jeder Händler, der eine ordentliche Lagerhaltung hat, sollte das Problem haben. Nichts ist in unbegrenzter Menge lieferbar, also können Kunden auch nicht beliebig viele Bestellungen aufgeben wo die Zahlung scheitert. Das muss eigentlich bei jedem Shop zu massiven Problemen führen. Ich frage mich seit Jahren, warum das Problem hier so selten zur Sprache kommt.

    Es ist sogar noch schlimmer, es gibt vermutlich nicht einmal eine kostenpflichtige Lösung. Sag mir ansonsten mal, welche das wäre.

    Meine Lösung bestand darin, kein Zahlungsmodul mehr zu verwenden, wo das überhaupt passieren kann. Bei einer Bestellung wo der Kunde "Überweisung" anklickt gibt es keinen Zahlungsabbruch. Bei dem paypal3 modul musste die Zahlung erst bestätigt sein und dann hat der Kunde auf der letzten Seite nochmal auf "bestellen" klicken müssen. Auch das ging.

    Das schlimmste Modul war mollie. Die haben nämlich eingebaut, dass bei erfolgloser Zahlung der Bestand wieder eingebucht wird. An sich ja eine gute Idee. Nur: Manchmal wurde der Bestand nicht richtig abgezogen aber dennoch wieder eingebucht. Das klingt im ersten Moment halb so wild, ist aber eigentlich noch schlimmer. Weil dann hat man auf einmal 2 Stück da stehen, wo es eigentlich nur 1 Stück sein sollte. Jemand bestellt dann nochmal eines und wochen oder Monate später kommt eine Bestellung und du stellst fest, dass du gar nicht liefern kannst. Mollie hat uns so nachhaltig unsere Lagerbestände zerschossen, dass wir da noch Monate nachdem wir das Modul entfernt hatten noch falsche Bestände gefunden haben. Absolut GRAUENHAFT.

    Das ist meine Erfahrung mit Gambio. Du kannst den Shop niemals alleine lassen, weil die Kunden den mit Bestellungen "kaputt" machen können. Es ist fast wie so ein Kleinkind, du musst immer ein Auge drauf halten.
     
  3. BigRib
    BigRib Erfahrener Benutzer
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    Wir verkaufen Disgolf Scheiben, wir machen von jeder Scheibe ein Bild, somit gibt es von jeder Variante nur 1. D.h., wenn es zum Bezahlabruch kommt, ist (sind) genau diese Variante(n) nicht mehr verfügbar. Beim letzten Mal haben wir nur 25 limitierte Scheiben bekommen und die müssen am Tag des Releases verkauft werden, sonst holen sich die Kunden die LE wo anders. Jetzt hatten wir einen Kunden, der alleine 4 Stück auf diese Art blockiert hat und da wir das nur nebenberuflich machen, haben wir dne Fehler erst sehr spät korrigieren können.

    Ich betreibe den Shop nun seit 13 Jahren und aktuell häufen sich diese Fälle, vor allem seit ApplePay. Ich werde mir selbst was basteln und wenn es nur eine Überprüfung und ein Dialog ist, der in diesen Fallen im warenkorb beim Kunden aufpoppt. Ich will hier auch nicht groß diskutieren, ich hoffe einfach, dass mal wieder etwas Bewegung in die Sache kommt.
     
  4. Anonymous
    Anonymous Erfahrener Benutzer
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    Ich meine ja nur, bei jedem Produkt gibt es doch das letzte Stück auf Lager. Das es Unikate sind spielt für mich keine Rolle. Eigentlich muss jeder mit vernünftiger Lagerhaltung das Problem haben.

    Berichte hier mal, wenn du eine Lösung hast. Mir ist nicht ganz klar was der Dialog oder das Popup sagen soll in so einem Fall. Zwar haben wir das Problem quasi nicht mehr seitdem wir mollie rausgeschmissen haben, weil wir keine Zahlungsabbrüche haben, aber es gibt ja immer noch den Fall, dass Kunden den Shop durch mehrere Bestellungen "kaputt" bedienen.

    Szenario ist dann ungefähr so: Kunde hat einen Warenkorb mit 10 verschiedenen Artikeln, bestellt am Sonntag Mittag. Zwei Produkte davon waren das letzte Stück auf Lager. 10 min nach der Bestellung fällt ihm ein, dass er noch was vergessen hat, sendet uns eine Email. Nachdem auf die Email am Sonntag nicht innerhalb von 1h geantwortet wird, bekommen wir einen Widerruf und der Kunde klickt sich den gesamten Warenkorb wieder zusammen und will jetzt neu bestellen, mit dem vergessenen Artikel. Tja, jetzt gibt es das eine Produkt gar nicht mehr, das andere in der Farbe nicht mehr, der Kunde hat ja zuvor den Bestand gekauft. Teilweise wird dann eine andere Farbe bestellt, dann bekommen wir NOCH eine Email "ich hab eben die Bestellung storniert, konnte jetzt aber Blau nicht mehr bestellen und habe daher Grün bestellt, bitte ändern zu Blau. Außerdem konnte ich Artikel XYZ nicht bestellen, den bitte noch hinzufügen! Vielen Dank!".

    Da loggst du dich Sonntag Abend ein und hast mehre Leute die sowas gemacht haben, da darf ich 20 min lang hinter den Kunden "aufräumen". Bestellungen stornieren, Lieferzeitangaben in den Bestellungen über die API anpassen, Bestände händisch korrigieren, bereits generierte Picklisten löschen und neu generieren etc. Und natürlich hat der Kunde jetzt ein Produkt in Farbe grün bestellt was er gar nicht haben wollte und damit dafür gesorgt, dass jemand anderes, der es in grün haben wollte, es nicht bestellen kann. Das meine ich, dass man den Shop nie länger als ein paar Stunden unbeaufsichtigt lassen kann. Ich frage mich bis heute, wie große Händler damit umgehen.

    Also das Problem wurden wir nie ganz los, nicht einmal seitdem wir nur Zahlungsmethoden haben, die gar nicht scheitern können. Von daher bin ich immer interessiert, wie andere das machen.